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Zur Bedeutung des Stressabbaus in der Evolution des Menschen

"Eine weitere, nicht unbedeutende Wirkung der Mensch-Hund-Bindung war jedoch der Stressabbau. Bessere und sicherere Nahrungsversorgung und höherer Schutz vor konkurrierenden Vier- und Zweibeinern ließen das Stressniveau sinken. Die Erfahrung eines positiven, ja innigen und vertrauensvollen Umgangs mit der anderen Spezies ließ ebenfalls den Stresslevel sinken und zudem, die Bindung und das Wohlbefinden stärkende Hormone wie Oxytocin, Serotonin oder Dopamin ausschütten. Wir wissen heute sehr genau, dass eine solche soziale Wohlfühlsituation positive Auswirkungen auf unsere gesamte intellektuelle und psychische Entwicklung und Leistungsfähigkeit und sogar unser Immunsystem hat, was letztlich auch die Fertilität von Individuum und Gruppe erhöht. Es gibt also einige gute Gründe für die These, dass die Zusammenarbeit mit dem Wolf und schließlich dem Hund ein wichtiger Meilenstein für die erfolgreiche Evolution unserer Spezies war."

aus: "Tierisch beste Freunde: Mensch und Hund - von Streicheln, Stress und Oxytocin" (zusammen mit Christoph Jung)

Der Hund stellt ein positives soziales Umfeld dar

"In uns heutigen Menschen ist das evolutionäre Erbe, sich als Teil der Natur zu verstehen, zwar weitgehend verschüttet, aber noch lebendig. Deshalb wirken eine malerische Landschaft oder eine friedlich grasende Rinder-Herde beruhigend. Beim Hund geht das noch ein Stück weiter. Er ist ein aktiver Sozialpartner, der unsere Nähe sucht, mit uns arbeiten, uns gefallen will. Der Hund mag uns, auch wenn wir wieder einmal zu spät nach Hause kommen oder irgendetwas falsch gemacht haben, wofür uns selbst unser menschlicher Partner schelten würde. Der Hund stellt keine Leistungsanforderungen für seine Zuneigung. Der Hund stellt - für uns unbewusst - ein positives soziales Umfeld dar. Und er ist ja auch real seit der Altsteinzeit ein elementarer Teil unserer Gemeinschaft, auf den wir uns immer verlassen mussten und auch konnten. Hirnscans der Uni Bonn geben Hinweise, dass dieses Vertrauen in uns auch heute noch archaisch verankert ist. Die Nähe eines Hundes tut uns psychisch und körperlich gut. Wir werden weniger krank und schneller gesund. Sogar unsere intellektuellen Leistungen werden positiv beeinflusst. Das ist inzwischen vielfältig und umfassend wissenschaftlich nachgewiesen."

Daniela Pörtl, Interview im Magazin hundeschau 02/2016 "Tierisch beste Freunde - Warum wir Hunde brauchen"

Poertl Daniela Epigenetic regulation of the hypothalamic-pituitary-adrenal stress axis and its effects on social behaviour Exp Clin Endocrinol Diabetes 2013; 121 - OP5_29 DOI: 10.1055/s-0033-1336637
Abstract

Activity of the hypothalamic-pituitary-adrenal (HPA) stress axis is influenced thru enhancement of the corpus amygdala and inhibition thru the hippocampus.

Glucocorticoid receptor (GCR) density in the hippocampus is likely to affect its inhibitory effect on this system. Epigenetic input is known to impact regulation of GCR expression. Factors described include down-regulation of GCR expression by enhanced methylation of GRexon1;7promotorbloc as a consequence of increased methionine ingestion. Psychosocial factors like licking and grooming enhance GCR expression via increased serotonin and subsequently increased NGF levels binding on GRexon1;7promotorbloc.GCR density and thereby activity of the stress axis and with its characteristics of the individual are determined in the childhood but stay variable during adolescence and adulthood. This model has been evaluated to establish a new theory of active social domestication from the wolf to the dog, considering that the change of the HPA-axis via epigenetic induced GCR expression is the main aspect for decrease the flightdistance of a wild wolf to domesticated dog. In this way active social interaction between human and wolf resp. dog grows, influenced due to the evolutionary continuity of same neural structures. So even human social learning ability could be improved. It may, however, also provide a new insight in the biochemical mechanisms of known phenomenons like infantile imprinting and psychotherapy exspecially concerning post-traumtic syndrome.